Deutschland-Belgien-Nordfrankreich

Von Herzschmerz zu Herzklopfen

...die Sonne scheint uns ins Gesicht und wir versuchen jeden Schatten zu erhaschen, den wir bekommen können, damit der Sonnenbrand am Ende des Tages nicht ganz so stark ist!

...ganz so schön startete unsere Reise dann aber doch nicht. Angefangen von den Strapazen der letzten Wochen und Monate, bei denen man sich hätte so einige Male an die Gurgel gehen können, herrscht nun wieder mehr Harmonie.

Nachdem alles gekündigt und verkauft war, stand noch ein wichtiges Event vor der Tür. Die Abschiedsparty mit unseren Freunden und Bekannten. Wir beide wussten, dass es eine Menge Arbeit werden würde, neben der ganzen Wohnungsauflösung noch eine Feier zu Organisieren aber das war der beste Plan, um jedem noch einmal "Leb wohl" gesagt zu haben. Trotz dessen, dass Stephan und ich mittlerweile schon jede Menge gemeinsame Freunde haben, war ich überrascht, wieviele Leute kamen, die ich noch nie gesehen hatte. Am Anfang startete die Party noch etwas verhalten. Doch je später der Abend wurde, desto schöner und emotionaler wurde er.

 

Meine Mutter hatte eine Tombola geplant, bei der Sie in der Stadt einige Ladenbesitzer ansprach, unsere Geschichte erzählte und für lau einige Gutscheine ergattern konnte. Wir hatten auch noch einiges an neuwertigem Kram, bei denen wir der Meinung waren, dass diese gut in die Tombola hineinpassen würden und so verkaufte meine Mutter am Freitag fleissig Lose um uns mit etwas Barem zum Abschied beglücken zu können. 

 Stephan performte mit seinem früheren Bandkollegen 2 Akkustiksongs mit seiner Gitarre, bei dem es ziemlich emotional wurde. Einige unserer Freunde hatten sich zusammen getan, um uns ein süßes Geschenk zu machen. Wir ließen eine Rakete mit unseren geheimste Wünschen und Träumen hochsteigen. Alles in allem war dieses ein gelungener Abend :)!

Das Problem an der Sache war nur, dass wir am Samstag bereits um 06:00 Uhr wieder auf die Beine mussten, um die Wohnungsübergabe, welche um 18:00 Uhr stattfinden sollte, zu schaffen. Wir bekamen von einigen Freunden tatkräftige Unterstützung, ohne die wir es am Ende bestimmt nicht bis 18:00 Uhr geschafft hätten.

 

Da unser Vermieter überpünktlich war, wurde alles auf die letzte Minute fertig. Die Wohnungsübergabe verlief unkompliziert, da wir die Wohnung ebenfalls unrenoviert übernommen hatten und somit waren wir damit schnell durch.  

 

Unsere erste Fahrt in Richtung Weltreise führte uns nicht weiter als 30km an den “Blauen See” in Garbsen um erst einmal runterzukommen.

Vor Ort war niemand mehr an der Rezeption, so mussten wir dann die Telefonnummer nach 19 Uhr anrufen. Ein netter Herr am Telefon erklärte uns alles und wir konnten dann doch noch durch das Tor auf den Campingplatz fahren. Und es gab einen Stellplatz direkt am See! Perfekter ging es für die erste Nacht nicht. Der Morgen danach war total entspannt. Ich fuhr zur nächsten Tankstelle und holte Brötchen und Stephan bereite das Frühstück vor.

Da direkt nebenan ein großer Wald war, ließen wir es uns nicht nehmen, mit Turner eine große Runde Gassi zu gehen. Durch einige Verzögerungen im Zeitplan mussten wir wohl oder übel bis zum nächsten Morgen warten, um die Dinge zu erledigen, die zu kurz gekommen waren. Der Abend klang entspannt aus und alle waren zufrieden!

Alles in allem bezahlten wir für zwei Nächte mit Hund und Strom (Dusche kostete extra) 64,00€. Dafür, dass wir direkt am See standen ein unschlagbarer Preis! Hier nochmal der Link zur Internetseite http://www.camping-blauer-see.de/

 

Am Montag erledigten wir so schnell wie möglich unsere Dinge, dabei fiel uns auf, dass der Motor doch sehr heiß wurde. Also fuhren wir in die Werkstatt, bei der wir auch schon zum Check vor der Reise waren.

Nach 20 Minuten dann Entwarnung. Eine Steckverbindung war korrodiert und dadurch war der Kühlerlüfter nicht angesprungen und der Motor war überhitzt. Der nette Herr in der Werkstatt wollte nicht mal Geld dafür haben. Welch nette Geste zum Start ins Ungewisse! Nun konnte es endlich losgehen. Unsere große Reise. Um Punkt 12:00 starteten wir am 19.06.2017 in unser Abenteuer. Da wir mit “unserem Jürgen” nicht so schnell vorankamen, wie in dem T5 California vorher, nahmen wir uns vor, jeden Tag nicht mehr als 400 km zu fahren, um auch was von der Natur und den schönen Städten sehen zu können.

 

Dank Google wussten wir nach kurzer Zeit, wo es zuerst hinging. Unser erstes Ziel war der Heider Bergsee bei Köln. Um Turner die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, versuchten wir bei dem warmen Wetter immer Campingplätze oder Stellplätze am Wasser vorzuziehen.

Dort angekommen waren gefühlte 40°C. Der Platzwart erzählte uns, es hätte schon lange nicht mehr geregnet. So fühlte es sich für uns auch an. Der Preis für zwei Personen mit Hund, Wohnmobil und Strom für eine Nacht lag bei 21,50€, wobei man für die Duschen nochmal extra 1,00€ Münzen brauchte (hier nochmal der Link zum Campingplatz http://heiderbergsee.de/ ) . Da es an der Stelle des Sees, wo wir einen Stellplatz bekamen ein Hundeverbot gab, entschieden wir uns für einen ausgiebigen Spaziergang um den See. Die Umrundung des Sees dauerte knapp 2 Stunden aber der Schatten, den die Bäume spendeten, war bei den Temperaturen unschlagbar. So hatte jeder was von dem großen Spaziergang. Abends kam uns unsere Freundin Nadine aus Köln besuchen, die wir beim letzten Mal auf unserer Reise nach Frankreich vor 4 Jahren kennenlernten. Es war zwar ein kurzes aber sehr freudiges Wiedersehen.

 

 

Am nächsten Morgen ging es nach einem kurzen Plausch mit einem älteren Rentnerpärchen, welches uns erzählte, dass aus diesem See früher die Braunkohle abgebaut wurde, weiter in Richtung Belgien. Auf dem Weg dorthin fiel uns ein, dass wir noch Bild- bzw. Videobearbeitungsprogramme brauchten und hielten dafür nochmal in Aachen an, um diese zu besorgen.

Da es am Montag ziemlich heiß war, wurde die Autofahrt auch immer anstrengender, sodass wir uns entschieden, den nächsten Stop direkt auf einem kleinen Campingplatz an der französischen Grenze zu machen. Das Örtchen Rumegies war weit ab vom Schuss bei einem Naturpark gelegen. Der Inhaber des 2* Campingplatzes staunte nicht schlecht, als wir mit unserem Wohnmobil ankamen. Wer weiß wie oft sich dorthin deutsche Touristen verlaufen. Er öffnete uns die Schranke und zeigte uns den Campingplatz. Eine sehr schöne kleine Wiese mit einem Häuschen, indem sich Waschräume und Toiletten befanden. Weiter hinten gelegen hatten sich einige Dauercamper angesiedelt.

Das coolste am Ganzen, wir waren komplett alleine auf dem riesigen Platz. So konnte Turner wieder herumtoben was das Zeug hält und wir brauchten uns keine Gedanken machen, dass Turner jemanden auffrisst :-D. Nach einem Gespräch mit dem Inhaber probierten wir unser neues Equipment aus. Mit der Drohne, die wir uns noch vor Abreise gekauft haben konnten wir die tolle Landschaft festhalten. Ein Traum! Eigentlich war ja geplant gleich bis nach Spanien runterzufahren um dort dann endlich zu Surfen aber ganz ehrlich, wieso nicht auch etwas von der unglaublich schönen Landschaft und Kultur Frankreichs mitnehmen?!

Auf weitere Abenteuer in Frankreich!