Atlantikküste Südfrankreich

Ins Wasser gefallen!

 

...Manchmal kommt nicht alles so, wie man denkt. Beim Surfen gibt es ein ausschlaggebendes Kriterium, welches es bei anderen Sportarten nicht gibt. Ohne Welle, kein Surfen.

 

 

Der "Le Gurp" Campingplatz war sehr schlicht gehalten. Die Pinienwälder, in denen wir mit Jürgen Unterschlupf fanden, waren perfekt, um uns vor der Sonne zu schützen. Neben unserem Platz, stand ein nettes Pärchen aus Berlin, mit denen wir uns ab und an nett unterhielten und die unser erstesVideo für die Veröffentlichung absegneten. Auch Stephan und ich hatten mittlereile verstanden, dass am Bloggen viel mehr hing, als einfach ein paar Bilder zu machen und einen kleinen Text zu schreiben.

So setzen wir uns die Tage in Soulac-sur-mér mehr mit dem Thema auseinander. Die drei Nächte die wir dort hatten, nutzen wir, um ein wenig runterzukommen. Da wir beide schon einmal dort waren, war es ein wenig wie nach Hause zu kommen. Die Anzahl an Deutschen dort überwog, so war die Kommunikation mit anderen Leuten auf dem Campingplatz kein Problem. Die schönen Spaziergänge, sowie das gemeinsame pfeilen am Blog tat uns beiden sehr gut.

Stephan ging am zweiten Tag, trotz kleiner Welle, aufs Wasser. Die Welle konnte wir nur leider nicht beeinflussen, also mussten wir uns mit dem zufrieden geben, was kam. Wir haben ja schliesslich drei Jahre Zeit :). Nach einer letzten trockenen Nacht, überraschte uns der Morgen mit einem starken Regenfluss und wir sahen ein Tropfen im Schlafbereich. Unser Bett war sprichwörtlich ins Wasser gefallen und so mussten wir schnellstmöglich handeln, was bei dem starken Regen gar nicht so einfach war. Stephan wartete auf eine kurze Regenpause, baute die Dachluke aus und dichtete die Luke von oben und unten ab. Für solche Fälle hatte Stephan Gott sei Dank vorgesorgt und immer eine Kartusche Sikaflex an Board....Handwerker ebend! Völlig gespannt warteten wir auf den nächsten Regenfall..und siehe an, Stephan hatte uns alle vor der großen Überschwemmung bewahrt!

Am Ende des letzten Tages wurde das Wetter doch wieder besser und die Sonne kam noch ein wenig heraus. Mit unseren Nachbarn gingen wir zum Abschied gemeinsam etwas trinken. Alles in allem ein sehr nervenaufreibender aber auch schöner Tag ging zu Ende.

 

 

Am Dienstag hatten wir das Gefühl, wieder aufbrechen zu wollen. Neues sehen, neues erkunden und neue Wellen erwarteten uns. Wir fuhren südlich etwa 60km bis zum kleinen Ort Carcans Plage. Völlig überrascht wurden wir von einer deutschen Rezeptionistin Namens Eva, die uns nach unseren Sprachversuchen erzählte, dass sie auch Deutsche ist und dort saisonal arbeitete. Wir suchten uns den schönsten Platz für unseren Aufenthalt aus. Nach einem Spaziergang mit Turner über den weiten Strand, erkundeten wir das nette Örtchen, indem schon deutlich mehr Surfschulen unterwegs waren. Da die Saison in Frankreich noch nicht angefangen hatte, wird dieses Örtchen in den nächsten Wochen sehr überlaufen sein. Zur Nebensaison ist Carcans also wärmstens zu empfehlen.

In der Abenddämmerung bemerkten wir die Belagerung von einigen Wanzen, die sich immerwieder versuchten auf Turner oder uns niederzulassen. Diese waren so dreist und ließen nicht von uns ab, was für mich zu einer kleinen Panik führte. Stephan, mein Retter des Abends, machte sich auf die Jagd nach den kleinen springenden Blutsaugern. Zu guter letzt stand Stephan nur in Unterhose bekleidet im Wohnmobil, da eine Wanze nicht von ihm ablassen konnte. Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch das Wohnmobil, packte er sie endlich und befreite sie aus unserem Heim und ihrem Gefägnis.

Kaum war der eine Kampf zu Ende, fing das Gewitter wieder an, über uns zu wüten. Für Stephan und mich eine schlaflose Nacht, die damit endete, dass Stephan um 03:30 Uhr rausstürmte, um unsere Markise vor dem Abriss zu bewahren. Eine gute Sache hatte es. Von da an schliefen wir durch bis 09:00 Uhr morgens. Was Stephan und ich beide merkten, dass Turner von Tag zu Tag immer ausgeglichener wurde und die Ruhe, die wir mittlerweile ausstrahlten auf ihn übertragen wurde und wir die Zeit miteinander noch mehr genießen konnten. Zum Abschluss gab es von einem netten jungen Pärchen aus Bremen, welches mit Ihrem T5 unterwegs war um ihre Surfskills zu verbesssern, für die Fahrt noch 2 leckere Schokocroissants. Solche Menschen sollte es viel mehr auf der Welt geben! Vielen Dank nochmal dafür! Vielleicht sieht man sich unterwegs auf einer Welle beim gemeinsamen Surfen.

Um alte Freunde wiederzutreffen, machten wir uns auf den Weg in das 200km entfernte Moliets et maa , wo für mich 2013 und für Stephan 2010 das  Surfen begann...