Porto - Peniche

Anders als erwartet!

In dem heutigen Blog geht es um unsere Erlebnisse von Nordportugal bis nach Peniche. Über ziemlich brüchige Straßen bis hin zu hunderten von Fliegen, die uns einige Tage einfach nicht in Ruhe lassen wollten. Benjamin ist weiterhin mit auf unserer Reise dabei und heute empfangen wir seinen Kumpel in Aeira Branca.

Am Sonntag fuhren wir gleich vormittags in Richtung portugiesische Grenze. Der Weg ging über hohe Berge vorbei an einigen kleinen Städten an der Küste. Die Grenzüberfahrt verlief total unspektakulär. Hätten wir das Schild mit Portugal darauf nicht gesehen, hätten wir bestimmt nicht mitbekommen, dass wir über die Grenze gefahren waren. Wir fuhren zum ersten Spot Moledo do Minho. Dieser war hinter einem riesigen Pinienwald gelegen, den man innerhalb von 5 Minuten vom Parkplatz aus erreichte. Es war zwar Welle da aber nicht genug um die Wellen richtig gut surfen zu können. Also fuhren wir die Küste weiter runter nach Vila Praia de Ancora. Dieses kleine Städtchen war gegen Mittag schon so gut gefüllt, dass man dort keinen Parkplatz mehr bekam. Dort sah die Welle hingegen sehr schön aus. Der Strand zog sich sehr lang und wir folgten einem Schotterweg mit dem Wohnmobil, da dieser uns im Navi als Straße angezeigt wurde. Nur blöd, dass es nach ca. 10 Minuten nicht mehr weiter ging und die Straße einfach gesperrt war.

 

Dafür fanden wir ein nettes Grundstück direkt am Meer, an dem vorne nur ein riesiges Eingangstor stand, um dieses zu kennzeichnen. Bevor wir nach Afife, dem nächsten Spot fuhren, gingen wir noch einkaufen. Die Preise zwischen Portugal und Spanien unterschieden sich kaum. Mir kamen die Preise teilweise sehr deutsch vor. In Afife angekommen (was nur ca. 45. Minuten von der Grenze entfernt lag) , war der komplette Strand in einen riesigen Nebenschleier gehüllt und das mitten am Tag! Der Parkplatz war dafür um so leerer und wir fanden ein ruhiges Plätzchen am Ende des Parkplatzes, wo wir Turner auch mal laufen lassen konnten. Um die Wellen zu checken gingen wir über den Parkplatz, als mir ein Man in seinem bunten Poncho auffiel. Ich fragte die Jungs, ob das nicht Ali aus Playa de Vega war und beide fingen an zu nicken und zu lachen. Wir gingen also auf Ali zu, der uns erst nicht richtig erkannte. Als wir näher kamen war ein Grinsen über sein ganzes Gesicht zu sehen. Er und seine Begleitung Dana waren schon bis in den Süden nach Portugal gereist und gerade auf dem Rückweg in Richtung Spanien. Was für ein Zufall! Gemeinsam mit einem Deutschen, standen sie an dem Strand schon einige Tage. Wir beschlossen ein kleines Camp zu bilden und für den restlichen Tag ging Ali mit den Jungs surfen und ich beschloss mit Dana einige Yogaübungen auszuprobieren, da sie im Libanon Yoga unterrichtete. Der Abend wurde sehr lustig und sogar Dana und Ali waren nach einer kurzen Einweisung Feuer und Flamme für unser Lieblingsspiel "Yatzi"! Am nächsten Morgen war es wieder etwas nebelig und die Welle wurde auch wieder kleiner, also musste eine Alternative her. Dank meiner Mutter, die uns zum Abschied einiges an Leselektüre geschenkt hatte, hatten wir den "Wild Guide Portugal", geschrieben von einer jungen Frau die von Lissabon nach Santiago de Compostela pilgerte und sich dabei auf die Suche nach verlassenen Orten machte, um das wilde Portugal noch bekannter zu machen. Ganz in der Nähe fand ich einen Ort an dem es einen Wasserfall und einige Becken zum abkühlen geben sollte. Also fuhren wir 20 km ins Landesinnere wo wir nach einigen steilen Wegen abwärts quer durch einen Wald dann ankamen. Das was wir dort zu sehen bekamen, war einfach fantastisch. Das Wasser floss den Bach herunter und verteilt auf einige hundert Meter gab es 10 Becken in die man locker mit einem Kopfsprung hineinspringen konnte. Als wir mit Turner und Benjamin dort ankamen waren ganz unten am Wasserfall 6 Leute dort.

 

Wir gingen also weiter erhöht an ein anderes Becken an das aber auch 4 Leute mit einem Hund kamen. Also wechselten wir noch einmal das Becken nach ganz oben, wo einige Sonnenstrahlen durch den dicht bewachsenen Wald kamen und man sich nach einem Sprung ins kühle Nass, sehr gut sonnen konnte. Nach einigen Stunden totaler Ruhe und Entspannung, kamen gegen Nachmittag Einheimische, die den Abschnitt dann zur Sprungzone eröffneten. Da wir aber eh loswollten war das total in Ordnung, also ließen wir ihnen den Spaß. Wir fuhren weiter in Richtung Viana de Castelo, wo anscheinend eine große Feier von statten ging und parken umöglich war. In Esposende wo auch einen Surfspot gab, konnten wir zwar in Ruhe parken aber der Ort war nicht wirklich schön zum stehen. Deswegen entschieden wir uns, vor Ort eine Pizza essen zu gehen. Nachdem wir uns die Pizza im Wohnmobil gegönnt hatten gingen wir noch einige hundert Meter weiter in die Innenstadt wo ein riesiges Fest gefeiert wurde und auf der Konzertbühne ein portugiesischer Popsänger seine Lieder präsentierte. Also blieben wir noch eine weitere Stunde dort, obwohl wir die Sprache nicht wirklich verstanden. Nach einer kurzen Nacht versuchten wir, unser nächstes Nachtlager zu finden. Die Gegend hier im Norden war sehr ausgetrocknet und trist.

Die größeren Städte wirkten Mitte August alle sehr überlaufen, also fuhren wir zu einem Strand kurz vor dem Spot Agucadoura. Ein leerer Parkplatz und nichts anderes weit und breit sah man hier. Über eine kleine Düne ging es zum Strand der wirklich endlos wirkte. Die Wellen sahen gut aus also blieben wir vorerst am Strand surften einige Wellen und ich versuchte mich an der Kamera. Am Nachmittag lernte wir eine Gruppe mit 4 Jungs und einem Mädchen kennen. Die Gruppe war seit einigen Wochen unterwegs und da einer halber Portugiese war, hielten sie sich in dem Ort auf, indem seine Mutter lebte. Da die Gruppe sich als Band herauskristallisierte wurde aus dem ruhigen Abend ein sehr musikalischer Abend. Am Ende des Abends waren aus 3 Leuten plötzlich 12 geworden und jeder gab seinen Teil zur Musik bei. Die Band findet ihr übrigens auch bei Facebook unter dem Namen Egg Pack. Reinhören und der Stimme von Jessi lauschen!

 

Den darauffolgenden Tag wurde komplett für Surfen, Strandspaziergänge und das Organisieren im Wohnmobil genutzt. Am nächsten Morgen fuhren wir vorbei an Porto (da die Spots sicher überlaufen waren und wir mit Fabian und Basti sowieso noch nach Porto wollten) und versuchten unser Glück in Furadouro. Die Gegend nach Porto war schon ganz anders. Viel grüner und freundlicher und auf jeden Fall weniger Fliegen die in Norden Portugals ziemlich nervig sein konnten. Furadouro war leider sehr dreckig und auch an dem Tag ziemlich voll. Nicht so unser Ding. Deshalb fuhren wir weiter an den nächsten Spot der abgelegener lag. Direkt an einer kleinen Küstenzunge gelegen lag der Spot Torreira. Die Straßen in dem Ort sahen sehr neu aus und die Stadt wirkte an diesen Tag wie ausgestorben. Am Strand fanden wir einen riesigen Parkplatz der für mittags noch relativ leer war. Zum Strand ging man ca. 5 Minuten über einen Steg und hatte dann dort einen endlos langen Strand. Direkt am Strand konnte man zusehen, wie zwei kleinere Schiffe Aale und andere kleine Fische aus dem Ozean an Land verfrachteten. Die Traktoren fuhren dann die schweren Behälter vom Strand zum Lager. Die Wellen dort waren super und schwupps war der Neoprenanzug schneller an, als man gucken konnte. Was uns ein wenig komisch vorkam war, dass da dort niemand anderes surfte als wir. Wir blieben noch über Nacht und ich nutze den nächsten Morgen für eine kurze Joggingeinheit mit einigen Yogaübungen, um mich danach direkt am Strand mit einer frischen Morgendusche zu belohnen. Da wir noch Wäsche waschen und einige andere Besorgungen machen mussten, fuhren wir schon vor in die nächstgrößere Stadt Aveiro. Eine sehr angenehm schöne Stadt. Da Stephan einen Gerstenkorn im Auge hatte, ging es nach den üblichen Dinge nochmal zur Apotheke, in der ich eine Creme und Tücher zum reinigen des Auges bekam. Wir telefonierten mit Benjamin und trafen wollten uns am Praia de Mira treffen.

 

In Praia de Mira angekommen, der totale Schock. Es war überfüllt und voller Touristen. So stellten wir uns unseren nächsten Spot nicht vor. Also fuhren wir weiter an der Landstraße entlang Richtung Süden. Am Kreisel dann gab es zwei Ausfahrten ohne Beschilderung. Die erste führte uns zu einer Firma, an der wir nicht weiter in Richtung Strand kamen. Die zweite Straße, war für portugiesische Verhältnisse echt katastrophal. Schlaglöcher über Schlaglöcher versuchten wir uns den Weg über 5 km holprige Straße in Richtung Strand zu bahnen. Nach 15 Minuten schweißtreibender Autofahrt bekamen wir die Belohnung. Kaum Autos, ein verlassenes Haus und Strand und Wellen soweit das Auge reichte. Der Hammer! Mobiles Netz gab es nur am Strand und wir verbrachten zwei entspannte Tage mit einigen Surfsessions, vielen Runden Yatzi und  genossen die Ruhe.

Am Donnerstag ging es am Vormittag in Richtung Nazaré. Dort ganz in der Nähe gab es einige Grotten von denen wir die in Mira d'Aire besuchten. Turner konnten wir sogar mit reinnehmen und der Preis mit 6,25€ war auch noch auszuhalten. Nach einer Stunde 70m unter der Erde und sehr angenehmen Klima, fuhren wir nach Nazaré, wo die Monsterwellen in jedem Jahr zu sehen sind. Meist sind diese Wellen aber im Januar oder Februar zu sehen. Da die Stadt relativ voll war, entschieden wir uns, zum Praia Norte in Nazaré zu fahren. Durch die kleinen und engen Gassen kamen wir nach einer Viertelstunde am Strand an. Dort standen einige Autos aber wir fanden weiter hinten noch einen freien Parkplatz. Vom Strand aus konnte man den kleinen Leuchtturm sehen, der auch über einen spektakulären Weg nach oben für besichtigt werden konnte. Neben uns stand eine 1€ nette deutsche Familie mit 4 Kindern und einem Hund, die durch und durch sehr sportlich erschien. So komisch es auch klingen mag, das war der erste Tag, an dem wir GAR KEINE Welle in Portugal zu sehen bekamen. Und das in Nazaré!

 

Also blieben wir für den restlichen Nachmittag und Abend am Wohnmobil und machten es uns dort gemütlich. Am nächsten Morgen quatschen wir ein wenig mit der deutschen Familie und zwei Holländern, die sich aus einem alten Lieferwagen ihr kleines zu Hause eingerichtet hatten und seit mittlerweile 5 JAHREN um die Welt reisten. Das letzte Jahr hatten sie im Süden Portugals verbracht und nannten uns einige Orte, die wir uns dort unbedingt anschauen sollten oder an denen wir gut stehen konnten. Gegen mittag entschieden wir uns für den Aufstieg in Richtung Leuchtturm. Nach einem ca. 15 Minuten langen Aufstieg, gönnten wir uns in dem kleinen Ort einen Mittagssnack. Von dem Leuchtturm aus hatte man eine fantastische Aussicht über Nazaré. Von der kleinen Innenstadt aus fuhr sogar eine Bahn, die einen für 1,20€ herunter ins Zentrum fuhr. Da wir Turner aber nicht all zu lange alleine lassen wollten, entschieden wir uns zurückzukehren. Da wir heute bei Lissabon sein wollten, ging es nach einer kleinen Abkühlung im Meer und dem Kontaktaustausch mit den neuen Bekanntschaften in Richtung Praia de Aeira Branca, welches unterhalb von Peniche lag. Da Benjamin und Stephan nach zwei Tagen ohne surfen ziemlich untersurft waren, ging es für eine Sunset Surfsession ins kühle Nass. Am Strand gelegen gab es einige Restaurants und Bars, die man vom Parkplatz aus schnell erreichen konnte. Nachdem sich die Jungs den Wellen hingegeben hatten gingen wir in eine Bar, die Benjamin von einem seiner letzten Besuche hier kannte. Dort war anscheinend eine Party mit verkleideten Indianern und Cowboys und innerhalb weniger Minuten war der Laden gefüllt von lauter Leuten. Weiter vorne am Strand sang ein Sänger live am Strand, was wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen wollten. Nach einigen Songs ging es für einen kurzen Abstecher noch mal in die Bar um dann wenig später im Wohnmobil ins Bett zu fallen. Was für ein Abend.

 

Sonntagmorgen war leider nicht mein Morgen. Seit dem wir unterwegs waren, haben wir kaum noch Alkohol getrunken. Da waren die 3 Cuba Libre am Vorabend anscheinend eindeutig zu viel. Also gönnte ich mir, nachdem Turner versorgt war, eine Pause in der Sonne am Strand während die Jungs wieder für 3 Stunden im Wasser verschwanden. Nach einem kleinen Mittagssnack setzte ich mich an den Blog. Dann gingen wir noch eine große Turnerrunde bevor am Abend wieder gesurft wurde. Heute kommt ein Freund von Benjamin an, den er in Lissabon in Empfang nimmt und dann mit hierher bringt. Ab Morgen geht es dann in Richtung Porto da wir ja in einer Woche auch schon Besuch erwarten :)! Fabian und Bastis Besuch steht kurz vor der Tür. Und unsere Vorfreude darauf steigt immer mehr unsere guten Freunde nach einigen Monaten endlich wieder in die Arme schliessen zu können!

 

In diesem Sinne, einen wunderschönen Start in die Woche!